Diagnose: Herzerkrankung

Die Diagnose einer Herzerkrankung ist für Tierhalter:innen oft ein echter Schock. Während viele Patienten bei Diagnosestellung (noch) symptomlos sind, zeigen andere bereits Husten, Atemnot oder Leistungsschwäche. Früherkennung und eine gute Betreuung des Tieres sind entscheidend für die Prognose. Selbst wenn eine Herzerkrankung im ersten Moment sehr bedrohlich wirkt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Hervorzuheben ist, dass viele betroffene Tiere ein Leben lang symptomfrei bleiben oder mit einer adäquaten Therapie eine sehr gute Lebensqualität beibehalten.

Welche Erkrankungen gibt es?

In der Kardiologie wird unterschieden zwischen angeborenen und erworbenen Herzerkrankungen. Auch erworbene Herzerkrankungen können eine genetische Ursache haben. Sie entwickeln sich jedoch erst im Laufe des Lebens. Angeborene Erkrankungen zeigen sich oft bereits bei der ersten Untersuchung in der Tierarztpraxis durch ein Herzgeräusch. Wichtig ist jedoch, dass bei weitem nicht jedes Herzgeräusch beim jungen Tier durch eine Herzerkrankung bedingt ist! Typische angeborene Herzerkrankungen sind z. B. Löcher im Herzen oder falsche Verbindungen zwischen den großen Gefäßen. Diese sogenannten Shunts verändern den Blutfluss und beeinflussen den Patienten dadurch negativ. Auch komplexere Fehlbildungen sind möglich. 

Die häufigsten erworbenen Herzerkrankungen sind Herzmuskelerkrankungen (v.a. bei der Katze) und Herzklappenerkrankungen (v.a. beim Hund). Es kann ein verdickter Herzmuskel vorliegen (Hypertrophe Kardiomyopathie, HCM der Katze) oder eine Schwäche und Ausdünnung des Herzmuskels (Dilatative Kardiomyopathie, DCM, vor allem bei großen Hunderassen). Die degenerative Herzklappenerkrankung führt zur Klappenundichtigkeit (= Insuffizienz). Der häufigste Befund in der Praxis ist die Mitralklappeninsuffizienz.

Diagnose - was nun?

Um eine Herzerkrankung korrekt zu diagnostizieren reicht es nicht, ein Tier abzuhören. Das Vorliegen eines Herzgeräuschs oder einer Rhythmus-Veränderung ist nicht beweisend für eine Herzerkrankung. Beim Verdacht auf eine Herzerkrankung müssen mindestens ein Herzultraschall und ein EKG durchgeführt werden. Beides ist am wachen Patienten möglich und für das Tier nicht belastend. Nur mithilfe dieser Untersuchungsmethoden kann eine klare Diagnose gestellt werden. Diese ist nötig, um eine zu planen.  Es gibt weitreichende Therapieoptionen, die von Medikamenten über Fütterungs- und Management-Maßnahmen bis hin zu Operationen reichen. Wichtig ist außerdem, Begleiterkrankungen oder andere Grundursachen zu finden.

Eine Herzerkrankung ist weder für eine Katze noch für einen Hund ein unmittelbares Todesurteil! Es gibt inzwischen fantastische Spezialist:innen und viele großartige tierkardiologische Möglichkeiten. Je nach Stadium der Erkrankung kann es sein, dass ein Tier nie Symptome entwickeln wird und auch keine Medikamente benötigt.

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