Was sind Hormone?

Hormone sind körpereigene Botenstoffe, die in den endokrinen Drüsen gebildet werden. Sie erfüllen im Körper zahlreiche lebenswichtige Funktionen. Eine Dysbalance im Hormonsystem kann weitreichende Folgen auf Gesundheit und Verhalten haben. Zu den endokrinen Drüsen bei unseren Haustieren zählen: Schilddrüse, Nebennieren, Nebenschilddrüse, Hoden, Eierstock, Bauchspeicheldrüse und Hirnanhangsdrüse. Neben den Drüsen gibt es zahlreiche weitere Zellen, die eine Rolle bei der Bildung und Steuerung von Hormonen spielen.

Hormonerkrankungen, bei denen zu viel Hormon vorliegt entstehen oft durch einen (gutartigen). Hormonerkrankungen, bei denen zu wenig Hormon vorliegt, haben ihren Ursprung in angeborenen Defekten oder einer Zerstörung der endokrinen Drüse. Zur Zerstörung kann es beispielsweise durch eine Autoimmunerkrankung kommen. Die Endokrinologie befasst sich mit Hormonen, Hormonerkrankungen und deren Auswirkung.

Symptome einer Hormon-Erkrankung

Die meisten endokrinen Erkrankungen betreffen Tier mittleren bis hohen Alters. Auftretende Symptome sind ebenso vielfältig wie die Hormone selbst. Je nach betroffenem endokrinem System, können sich ganz unterschiedliche Syndrome (Symptom-Komplexe) ausprägen. Ein typisches Symptom für einige endokrine Erkrankungen ist ein symmetrischer Fellverlust (Alopezie) ohne Juckreiz. Zudem treten häufig Verhaltensänderungen, ein verändertes Trink- und Essverhalten oder ein vermehrter Urinabsatz auf.

Hormone haben Einfluss auf andere Organe. Nicht selten treten daher bei endokrinen Begleiterkrankungen und Komplikationen auf. Viele Hormone beeinflussen die Herz-, Leber- und Nierengesundheit. Zudem haben einige Hormone starken Einfluss auf den Blutdruck. Die Suche nach der Ursache von Organveränderungen führt häufig zu einer endokrinen Grunderkrankung.

Detektivarbeit

Endokrine Erkrankungen verstecken sich gerne vor dem Untersuchenden. Wichtig ist eine ausführliche Beurteilung der Symptome. Liegen hier Hinweise auf eine endokrine Erkrankung vor, erfolgt meist zunächst eine Standard-Blutentnahme. Manchmal wird diese bereits mit Bildgebung wie einem Ultraschall kombiniert. Die Befunde dieser Untersuchungen sind in der Regel hinweisend, jedoch nicht beweisend. Sie sind jedoch wichtig, um den Verdacht zu erhärten und nebenbei Begleiterkrankungen zu erkennen.

Um eine endokrine Erkrankung zu diagnostizieren, braucht es oft echte Detektivarbeit. Die Messung einzelner Hormonspiegel im Blut ist bei den meisten Erkrankungen nicht ausreichend! Dies liegt daran, dass Hormonspiegel starken Schwankungen unterliegen. Eine Einzelmessung zu Zeitpunkt x ist oft nicht repräsentativ. Meist werden Funktionstests benötigt. Diese testen das körpereigene Hormonbildungs-System. Sie gehen mit mehreren Blutentnahmen einher. Verlaufskontrollen sind bei Hormonerkrankungen entscheidend um eine Therapie zu planen und deren Erfolg zu kontrollieren.

Kann man therapieren?

Es stehen zahlreiche Therapieoptionen zur Verfügung. Sie richten sich danach, ob „zu viel“ Hormon da ist, oder „zu wenig“ vorhanden ist. Bei einem Hormon-Mangel wird das Hormon in Form von Medikamenten substituiert. Ein Hormon-Überschuss durch einen Tumor kann behoben werden, indem der Tumor entfernt wird. Alternativ kann eine medikamentöse Therapie den Hormonüberschuss eindämmen. Zudem müssen in einigen Fällen Symptome und Komplikationen therapiert werden. Tier mit endokriner Erkrankung benötigen z. B. oft Hautpflege, Blutdrucksenker oder eine bestimmte Ernährung.

Nahezu alle Patienten mit Hormonerkrankung erreichen unter Therapie eine super Lebensqualität. Ein bisschen Geduld ist hierbei entscheidend. Es kann ein Weilchen dauern, bis sich stark veränderte Hormonspiegel optimiert haben.

Unsere Kurse zu Hormonerkrankungen:

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