Angst vor Krebs

Viele Besitzer:innen fürchten sich stark vor einer Tumordiagnose beim eigenen Tier. Die Angst ist absolut nachvollziehbar. Es gibt jedoch inzwischen vielfältige onkologische Möglichkeiten in der Tiermedizin. Zudem unterscheiden sich Tumoren in ihrer Prognose teilweise stark. Wichtig: ein Tumor kann nicht zuverlässig anhand eines optischen Befundes diagnostiziert werden! Die Aufarbeitung eines Tumor-Verdachts ist mehrschrittig und muss systematisch erfolgen. Viel zu oft wird in der Praxis ohne gesicherte Diagnose gesagt: „Das ist ein Tumor, da können wir nichts mehr machen.“.

Diagnose sichern

Eine genaue Diagnose ist entscheidend für die Planung des weiteren Vorgehens. Auch die Prognose kann nur beurteilt werden, wenn der Tumor einen Namen hat. Die Diagnose „Lebertumor“ beispielsweise reicht nicht aus. Es gibt in jedem Organ zig verschiedene  Tumorvarianten, deren Therapie sich stark unterscheiden kann. Um einen Tumor klar zu diagnostizieren, muss dieser beprobt werden. In der Praxis wird der Tumorverdacht oft geäußert, wenn eine Umfangsvermehrung am Tier sichtbar ist. Alternativ kann die Bildgebung (meist Ultraschall oder Röntgen) einen tumor-verdächtigen Prozess gezeigt haben. Die Gewebeveränderung muss immer beprobt- und von einem Tierpathologen beurteilt werden. Anders kann keine eindeutige Diagnose ausgesprochen werden. Je nach Organ kann die Beprobung mehr oder weniger herausfordernd sein. Sie ist jedoch in den allermeisten Fällen sinnvoll. Zu oft hat sich in der Praxis eine als bösartig (maligne) vermutete Veränderung doch als gutartig (benigne) herausgestellt und andersherum.

Wie geht es weiter?

Die genaue Tumordiagnose verrät uns das weitere Vorgehen. Handelt es sich um einen gutartigen Prozess, kann dieser – je nach Lage – entfernt oder ignoriert werden. Ist es ein bösartiger Tumor, hängt die Prognose stark von der genauen Tumorart ab. Wichtig für die Therapieplanung sind nun Staging (Suche nach Metastasen) und Grading (die Schweregrad-Einteilung des Tumors). Das Staging erfolgt, indem typische Metastasen-Sitze mittels Bildgebung (und gegebenenfalls Beprobung) untersucht werden. Das Grading erledigt der Pathologe mit der Gewebeprobe. Anhand der Ergebnisse von Staging und Grading kann eine Therapie geplant werden. Es stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung: Operation, Bestrahlung, Chemotherapie, Ernährungsumstellung u.v.m. Oberstes Therapieziel ist in der Tier-Onkologie immer eine gute Lebensqualität des Patienten! Daher werden alle Therapien so geplant, dass sie möglichst wenig Nebenwirkungen hervorrufen. 

Eine krebskrankes Tier kann oft noch lange eine gute Lebensqualität haben, dank moderner Onkologie!

Unsere Kurse zur Onkologie

Du möchtest mehr erfahren zu Tumorerkrankungen erfahren? Dann schau gerne mal rein in unsere Kurse für Tierbesitzer:innen! Zu verstehen, was eine  Tumordiagnose überhaupt genau bedeutet, kann enorm helfen. Das Verständnis für onkologische Prinzipien ist das A & O für den Therapieerfolg. 

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