Gruselfaktor Augenkrankheit
Augenerkrankungen lösen bei vielen Besitzer:innen besondere Sorge aus. Nicht nur, weil Sehveränderungen beunruhigend wirken, sondern auch, weil der Anblick eines tränenden, geschwollenen oder verkrusteten Auges Grusel hervorrufen kann. Doch so dramatisch ein verändertes Auge auf den ersten Blick wirkt: Viele Erkrankungen lassen sich gut behandeln. Wichtig ist, dass frühzeitig erkannt wird, was wirklich dahintersteckt.
Ein tränendes oder gerötetes Auge wird häufig vorschnell als „einfache Bindehautentzündung“ interpretiert. Dabei kann die Ursache an ganz unterschiedlichen Strukturen liegen: am Lid, an der Hornhaut, an der Bindehaut, an der Lederhaut oder sogar am Augeninnendruck. Umso wichtiger ist eine genaue Untersuchung, denn nur so kann unterschieden werden, ob es sich um eine harmlose Reizung oder um eine ernstere Erkrankung handelt.
Was steckt dahinter?
Bei Hunden tritt eine bakterielle Bindehautentzündung tatsächlich sehr selten auf. Leider werden dennoch häufig unnötigerweise antibiotische Augentropfen bei einer Konjunktivitis verschrieben. Oft sind hier mechanische Reizungen, Allergien oder Veränderungen am Lid die Ursache. Bei Katzen spielen Infektionen eine größere Rolle. Hier ist vor allem das feline Herpesvirus wichtig. Es verursacht verschiedenste Veränderungen am und im Auge und kann immer wieder aufflammen. Hornhautverletzungen, trockene Augen, Glaukome (grüner Star) oder Verletzungen nach Kämpfen kommen bei beiden Tierarten vor.
Beim Hund ein häufigerer Befund als bei der Katze, ist die Katarakt. Dieser sogenannte „Graue Star“ führt zu einer fortschreitenden Eintrübung der Linse und damit zu Sehverschlechterung. Die gute Nachricht: Eine Operation ist möglich. Mit der modernen Phakoemulsifikation, bei der die Linsentrübung mittels Ultraschall verflüssigt und abgesaugt wird, können viele Tiere ihr Sehvermögen zurückerhalten. Bei einigen Augenveränderungen ist es zudem wichtig, auch systemische Grunderkrankungen im Hinterkopf zu behalten. Diese können bestimmte Befunde am Auge erklären.
Diagnostik am Auge
Die Diagnostik am Auge beginnt immer mit einer gründlichen Adspektion, bei der nicht nur das Auge selbst, sondern auch die Lider und Umgebung, gründlich begutachtet werden. Die Färbung mit Fluoreszein (ein grüner Farbstoff) zeigt, ob Verletzungen der Hornhaut vorliegen. Der Augeninnendruck wird gemessen, um ein Glaukom oder eine Entzündung im Auge zu erkennen. Zusätzlich kann eine Spaltlampe Strukturen im Augeninneren sichtbar machen und auch der Augenhintergrund (Netzhaut und Sehnerv) können beurteilt werden (Funduskopie).
Auch der Ultraschall kann am Auge zum Einsatz kommen! Da viele Symptome ähnlich aussehen, aber unterschiedliche Ursachen haben, ist die korrekte Diagnose entscheidend. Ein scheinbar „rotes Auge“ kann eine harmlose Reizung sein – oder ein Notfall.
Und nach der Diagnostik?
Augen haben eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit, doch sie brauchen Zeit und eine konsequente Behandlung. Viele Probleme heilen gut ab, solange die Ursache gezielt behandelt wird und das Auge regelmäßig kontrolliert wird. Gerade Verletzungen, Entzündungen oder Lidfehlstellungen sprechen häufig sehr gut auf Therapie an.
Auch wenn Augenveränderungen oft schlimmer aussehen, als sie sind: Je früher behandelt wird, desto besser die Prognose. Dank moderner Diagnostik und Therapie, bis hin zur Katarakt-Operation, stehen heute hervorragende Möglichkeiten zur Verfügung, das Sehvermögen vieler Tiere zu erhalten.
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