Was sind VBD?

Die Abkürzung VBD steht für „vector-borne diseases“. Diese sogenannten vektorübertragenen Erkrankungen entstehen durch Infektionserreger, die von Zecken, Mücken oder Sandfliegen auf unsere Haustiere übertragen werden. VBD können akut und schwerwiegend, aber auch chronisch und schleichend verlaufen. Einige der übertragenen Erreger gelten längst nicht mehr als reine „Reisekrankheiten“, denn sie sind inzwischen in Teilen Mitteleuropas endemisch geworden. In unseren Breitengraden sind beispielsweise bereits Babesien und Anaplasmen zu finden und auch die nötigen Vektoren (bestimmte Zeckenarten). Gleichzeitig ist das Risiko bei importierten Tieren weiterhin deutlich erhöht, da sie aus Regionen stammen können, in denen ein noch breiteres Spektrum an Krankheitserregern vorkommt.

Welche VBD gibt es?

Zu den wichtigsten vektorübertragenen Erkrankungen bei Hund und Katze gehören Babesiose, Anaplasmose, Ehrlichiose, Leishmaniose, Herzwurmerkrankung und Hepatozoonose. Es handelt sich hierbei teilweise um gänzlich unterschiedliche Erreger, die teilweise den Parasiten, den Einzeller oder den Bakterien zuzuordnen sind. Je nach Erreger werden unterschiedliche Organsysteme betroffen. Einige der  Infektionen führen zur Zerstörung roter oder weißer Blutkörperchen (Erythrozyten oder Leukozyten) oder von Gerinnungsplättchen (Thrombozyten). Zudem kann eine Schädigung von Leber, Nieren, Blutgefäßen oder Gelenken vorkommen. Auch die Haut oder das Herz können unter verschiedenen VBD leiden. Viele VBD können akut mit Fieber, Schwäche, Lymphknotenschwellung und Appetitverlust beginnen. Viele der Erkrankungen entwickeln sich jedoch auch langsam über Monate hinweg. Dies sind die chronischen, schwer erkennbaren Verlaufsformen, welche oft gar keine Akutphase zeigen.

Diagnostische Möglichkeiten

Die Diagnose einer VBD kann, gerade bei chronischen Verlaufsformen, herausfordernd sein. Da die Symptome vektorübertragener Erkrankungen häufig unspezifisch sind, basiert die Diagnostik auf einer Kombination aus direktem und indirektem Erregernachweis. Die indirekte Diagnostik erfolgt über Antikörpertests, die anzeigen, ob das Immunsystem des Tieres Kontakt zu einem Erreger hatte. Antikörper lassen jedoch oft keine Aussage über eine aktive Erkrankung zu, da sie auch nach überstandener Infektion oder Impfung bestehen bleiben können.

Die direkte Diagnostik liefert den Erregernachweis selbst. Sie erfolgt entweder über Antigentests, mikroskopische Untersuchung des Blutes oder über PCR-Analysen, die Erreger-DNA  nachweisen. PCR-Verfahren sind besonders bei frühen Infektionen oder chronischen Verläufen wichtig, da die Erreger zu jedem Zeitpunkt in sehr unterschiedlichen Mengen im Organismus vorkommen können. Je nach Erkrankung werden zusätzlich Blutbilder, Organparameter oder Ultraschalluntersuchungen notwendig, um einen vollständigen Überblick über den Krankheitsstatus zu erhalten.

Kann man therapieren?

Die Behandlungsmöglichkeiten hängen stark vom jeweiligen Erreger ab. Einige Infektionen lassen sich gut mit Antibiotika oder Antiprotozoika (Medikamente gegen parasitäre Einzeller) behandeln. Andere  erfordern ein langfristiges Management. Wichtig ist eine präzise Diagnose, da Therapie und Prognose von Erreger zu Erreger stark variieren. Selbst Tiere mit chronischen Erkrankungen können bei richtiger Behandlung dennoch lange Zeit stabil leben.

Für Besitzer:innen von Importtieren gilt: Eine gründliche Eingangsuntersuchung mit gezielter Diagnostik auf Reisekrankheiten ist entscheidend. Viele Infektionen zeigen erst Wochen oder Monate nach Ankunft Symptome. Ebenso wichtig ist ein durchgehender Zeckenschutz, da einige Erreger inzwischen auch hierzulande heimisch sind und somit jedes Tier gefährdet sein kann.

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